Ein Mensch ist schwer krank. Ein anderer Mensch möchte einen Teil seines Körpers geben.
Bei einer Lebendspende sind beide Menschen Patientinnen oder Patienten. Der empfangende Mensch braucht ein Organ. Der spendende Mensch ist meist gesund und lässt sich trotzdem operieren.
Deshalb braucht eine Lebendspende besonders viel Aufklärung, Schutz und Zeit. Hilfsbereitschaft allein reicht nicht. Die Entscheidung muss freiwillig bleiben.
Was kann ein lebender Mensch spenden?
In Deutschland geht es vor allem um eine Niere. Seltener wird ein Teil der Leber gespendet. Ein gesunder Mensch kann mit einer Niere leben. Die Leber kann sich nach einer Teilspende zu einem großen Teil wieder vergrößern.
Trotzdem bleibt jede Spende eine große Operation. Es gibt kurzfristige und langfristige Risiken. Das Transplantationszentrum muss sie persönlich erklären.
Welche Spende ist möglich?
Eine Niere spenden
Einen Teil der Leber spenden
Wer grundsätzlich spenden kann
Vor der Entscheidung
Das Zentrum prüft die körperliche Gesundheit. Es spricht auch über seelische Belastungen, Beziehungen und mögliche Erwartungen.
Eine unabhängige Person soll die Interessen des spendenden Menschen begleiten. Eine Lebendspendekommission prüft zusätzlich, ob die Entscheidung freiwillig ist. Sie achtet auch auf Hinweise für verbotenen Organhandel.
Die medizinischen und persönlichen Untersuchungen
Freiwilligkeit, Aufklärung und unabhängiger Schutz
Du darfst helfen wollen. Du darfst zweifeln. Und du darfst deine Entscheidung zurücknehmen.
Nach der Spende
Die Operation endet. Die Verantwortung nicht. Spendende Menschen brauchen Nachsorge. Das gilt für den Körper und für die Seele.
Auch Beziehungen können sich verändern. Dankbarkeit, Schuldgefühle oder unerfüllte Erwartungen dürfen offen besprochen werden.
Risiken und das Leben danach
Nachsorge für spendende Menschen
Neue Wege bei der Nierenspende
Seit Juni 2026 erlaubt das deutsche Recht weitere Formen der Lebendnierenspende. Die praktische Vermittlung läuft über ein nationales Programm.
Bei einer Überkreuzspende passen Niere und empfangender Mensch im eigenen Paar nicht zusammen. Zwei oder mehr Paare können dann über Kreuz füreinander spenden.
Auch eine Spende an einen unbekannten Menschen ist rechtlich möglich. Der Fachbegriff lautet nicht gerichtete anonyme Nierenspende. Die spendende Person bestimmt nicht, wer die Niere erhält.
Wenn zwei Paare nicht zueinander passen
Eine Niere für einen unbekannten Menschen
Freiwilligkeit braucht Raum für Zweifel.
Spendende dürfen Angst haben. Sie dürfen Nein sagen oder ihre Entscheidung zurücknehmen.
Quellen und Stand
Geprüft am 25. September 2026. Die neue Rechtslage ist seit Juni 2026 in Kraft. Einzelheiten des nationalen Programms können sich weiterentwickeln. Maßgeblich bleibt die Beratung im Transplantationszentrum.