ORGANSPENDEN.ORG · ORIENTIERUNG

Was passiert eigentlich?

Der Ablauf beginnt nicht mit einer Organentnahme. Er beginnt mit dem Versuch, ein Leben zu retten. Und er endet nicht im Operationssaal des spendenden Menschen.

Eine Organspende nach dem Tod ist selten. Sie kommt nur in einer besonderen medizinischen Situation infrage. Hier siehst du den gesamten Weg: vom Notfall bis zu dem Moment, in dem ein Organ im Körper eines anderen Menschen seine Aufgabe übernimmt.

Schritt 01

Ärztinnen und Ärzte versuchen zuerst, dein Leben zu retten.

In Notaufnahme und Intensivstation wird alles medizinisch Sinnvolle getan. Eine mögliche Organspende spielt bei der Behandlung zunächst keine Rolle.

Schritt 02

Es wird festgestellt, dass alle Hirnfunktionen unumkehrbar ausgefallen sind.

Zwei besonders qualifizierte Ärztinnen oder Ärzte untersuchen dies unabhängig voneinander. Behebbare Ursachen müssen ausgeschlossen sein. Die untersuchenden Personen dürfen nicht an Organentnahme oder Transplantation beteiligt sein. Erst danach gilt der Mensch medizinisch als tot.

Schritt 03

Deine Entscheidung wird gesucht.

Es wird geprüft, ob dein Wille im Organspende-Register, auf einem Organspendeausweis oder in einer Patientenverfügung dokumentiert ist. Auch ein mündlich geäußerter Wunsch zählt.

Schritt 04

Deine Familie wird einbezogen.

Ist kein Wille bekannt, werden die nächsten Angehörigen gefragt. Sie sollen nicht nach ihrem eigenen Wunsch entscheiden, sondern danach, was du vermutlich gewollt hättest. Gibt es keine Zustimmung, findet keine Organentnahme statt.

Schritt 05

Es wird geprüft, welche Organe geeignet sind.

Nur mit Zustimmung wird untersucht, welche Organe gespendet werden könnten. Dafür werden unter anderem Blutwerte, Vorerkrankungen und die Funktion der einzelnen Organe betrachtet.

Schritt 06

Die DSO organisiert die Organspende.

Das Krankenhaus informiert die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO). Sie koordiniert die medizinischen und organisatorischen Schritte von der Spendermeldung bis zum Transport der Organe.

Schritt 07

Eurotransplant sucht passende Empfänger.

Medizinische Daten werden mit den Menschen auf den Wartelisten abgeglichen. Dabei gelten festgelegte Regeln, zum Beispiel zu Dringlichkeit, Erfolgsaussicht und passender Übereinstimmung.

Schritt 08

Irgendwo klingelt ein Telefon.

Ein Transplantationszentrum erhält ein Organangebot. Passt es für einen Menschen auf der Warteliste, wird dieser Mensch sofort angerufen. Jetzt muss vieles sehr schnell gehen.

Schritt 09

Die Organe werden entnommen.

Die Entnahme geschieht in einem Operationssaal mit derselben Sorgfalt wie eine andere Operation. Danach wird der Körper würdevoll versorgt. Angehörige können den verstorbenen Menschen noch einmal sehen und sich verabschieden. Eine Beerdigung ist möglich.

Schritt 10

Jetzt zählt jede Stunde.

Außerhalb des Körpers werden Organe nicht mehr normal mit Blut und Sauerstoff versorgt. Sie werden medizinisch geschützt und gekühlt. Wie viel Zeit bleibt, hängt vom jeweiligen Organ ab.

Schritt 11

Das Organ reist zum Transplantationszentrum.

Ein spezialisiertes Transportteam bringt das Organ so schnell und sicher wie möglich in das Krankenhaus, in dem die Transplantation vorbereitet wird. Dabei kann es auch eine Landesgrenze überqueren.

Schritt 12

Die Transplantation beginnt.

Der empfangende Mensch ist bereits vorbereitet. Das Operationsteam entfernt falls nötig das erkrankte Organ und setzt das gespendete Organ ein. Danach wird seine Durchblutung hergestellt.

Schritt 13

Ein Herz schlägt weiter. Eine Lunge atmet wieder.

Für den transplantierten Menschen beginnt kein sorgenfreies Leben. Aber es kann ein neues Kapitel beginnen. Dazu gehören Nachsorge, Medikamenten, Hoffnung und zusätzlicher Lebenszeit.

Warum dieser Ablauf für Angehörige schwer sein kann

Der Körper kann warm sein, das Herz kann durch die Behandlung weiter schlagen und der Brustkorb hebt und senkt sich durch die Beatmungsmaschine. Gleichzeitig ist der Tod bereits sicher festgestellt. Dieser Widerspruch kann schwer zu begreifen sein. Angehörige haben ein Recht auf verständliche Erklärungen, Zeit für ihre Fragen und einen würdevollen Abschied.

Einzelne Fragen genauer ansehen

Was sich bei Lunge, Herz, Niere und Leber unterscheidet →