ULRIKE · 65 · LUNGE · NOCH NICHT AUF DER WARTELISTE
Ulrike lebt mit COPD, einem Lungenemphysem und Bronchiektasen. 2024 wurde ihr empfohlen, sich in einem Transplantationszentrum vorzustellen. Die Untersuchungen verliefen gut. Trotzdem ist sie bis heute nicht auf der Warteliste.
Angst habe ich bis heute nicht. Außer der kleinen Angst, dass es doch nichts wird mit einer neuen Lunge und einem anderen Leben.
Ulrike
Die Empfehlung kam 2024
Ich habe COPD, ein Lungenemphysem und Bronchiektasen. Die Bronchiektasen wurden 2024 in der Lungenfachklinik Löwenstein festgestellt.
Der Stationsarzt und der Chefarzt kamen zu mir und sagten, ich solle mich in einer Transplantationsklinik vorstellen. Für mich komme nur noch eine Lungentransplantation infrage.
Hoffnung auf ein anderes Leben
Im Winter 2024 bewarb ich mich an der LMU München um einen Vorstellungstermin. Der Termin war im Januar 2025. Die Klinik nahm mich mit meinem Krankheitsbild an. Für März bekam ich einen stationären Termin für alle notwendigen Untersuchungen.
Am Anfang war es ein komisches Gefühl. Gleichzeitig hatte ich Hoffnung: vielleicht irgendwann eine neue Lunge bekommen zu können. Angst habe ich bis heute nicht. Außer der kleinen Angst, dass es doch nichts wird mit einer neuen Lunge und einem anderen Leben.
Noch nicht auf der Warteliste
Mein FEV1-Wert schwankt zwischen 27 und 33 Prozent. Das ist derzeit zu viel, um auf die Warteliste zu kommen.
Ich bin 65 und frage mich: Wie lange wird die LMU noch mitmachen? Wie lange darf ich alle drei Monate meine Werte schicken? Wann kommt der Brief oder der Anruf, dass ich nicht mehr angenommen werde?
Die Untersuchungen in München liefen sehr gut. Auch die Werte für eine mögliche Transplantation waren gut. Jetzt bleibt dieses Dazwischen: Hoffnung haben, weiter Werte schicken und nicht wissen, wie lange die Möglichkeit offenbleibt.
Wenn gute Werte sich falsch anfühlen
Manchmal kann ich mit diesem Dazwischen nicht gut umgehen. Es ist ein komisches Gefühl: Ein Teil von mir hofft manchmal sogar, dass die Werte schlechter sind. Denn dann würde die Transplantation vielleicht näher rücken.
Wenn die Werte beim nächsten Mal besser sind, denke ich: Das ist doch irre. Eigentlich sollte ich mich darüber freuen. Gleichzeitig könnte eine Transplantation mein Leben verlängern. Für solche Gedanken muss ich mich nicht schämen.
Schlimm ist, dass man mit niemandem darüber reden kann. Aber ich weiß, du verstehst das.
Ulrike, in einer Nachricht an Frank
Persönliche Erfahrung: Ulrike erzählt ihren eigenen Weg und ihren Stand im September 2026. Krankheitsverläufe, Untersuchungen und Entscheidungen über die Aufnahme auf eine Warteliste sind individuell.
